Essstörungen – H wie Hilfe, #2

In der vergangenen Woche schrieb ich über mögliche erste Schritte, die bei Verdacht auf eine Essstörung ratsam sind. Heute gehe ich auf 6 weitere Hilfe-Möglichkeiten ein.
Die gute Nachricht vorweg: Es gibt einen Weg aus dem Irrgarten der Essstörungen.

Die ABER-Nachricht: Den einen garantieversprechenden Weg gibt es nicht. Jeder muss für sich selbst den richtigen finden. Grundvoraussetzung ist der eigene Wille, es wirklich schaffen zu wollen.
Auch hier ein ABER, denn der Wille allein löst eine Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Essanfallstörung etc. nicht von jetzt auf gleich in Luft auf. Um es systematisch aus dem Teufelskreislauf zu schaffen, muss die essgestörte Person selbst ins TUN kommen.

Ziel ist: Schritt für Schritt, mit Unterstützung jeglicher Art, in ein neues Leben zu gehen, welches nicht von einer Essstörung dirigiert wird.

Dafür brauchen Essgestörte Hilfe. Ich vertrete den Standpunkt, dass es sich mit einer therapeutischen Basis besser schaffen lässt, als sich allein aus dem Strudel zu ziehen. Jedoch hat jeder seine eigene Ansicht und das ist vollkommen ok, solange sie keinem schadet. Schließlich führen viele Wege nach Rom.

1) Zentren für Essstörungen

In den großen Städten wie Leipzig, Berlin oder München gibt es Zentren für Essstörungen. Dort sind unterschiedlichste Hilfeangebote zu finden.

Beispiele:

Die ländlichen Regionen sind eher schlecht bis ganz schlecht abgedeckt. Die teilweise doch recht große Entfernung kann sich negativ auf Betroffene auswirken. Eine niederschwellige Anlaufstelle wird meist häufiger in Erwägung gezogen, als Fachärzte bzw. –therapeuten. Die Scham und Angst sind nicht zu unterschätzende Gegner.

2) Örtliche Suchtberatungen

Das Netz von örtlichen Sucht- und Drogenberatungsstellen ist recht gut ausgebaut. Vereinzelt haben diese Anlaufstellen Essstörungen mit im Leistungskatalog gelistet. Das ist trotz Listung jedoch gezielt zu erfragen. Nicht jede Beratungsstelle deckt diesen Bedarf ab.

Beispiele:

3) Schulpersonal

Auch Schulpersonal kann für Betroffene und Eltern eine erste oder weiterbringende Anlaufstelle sein. Schulpsychologen, Vertrauenslehrer und Schulsozialarbeiter jeder Schule haben zwar einen vollen Terminplan, aber auch immer ein offenes Ohr für Eltern und Schüler. Bitte KEINE Scheu, KEINER muss sich dafür schämen.

4) Sorgentelefone

Bewusste Wiederholung –> Scham und Angst gehören zu einer psychischen Erkrankung, wie bei einer Essstörung, zwangsläufig dazu. Deshalb lässt es sich oft in der Anonymität leichter über seine Schwierigkeiten reden. Jeder benötigt eine Schulter, an der er sich mal ausweinen kann. Im Schutze der Anonymität kann der erste oder ein weiterer Schritt gemacht werden.

Beispiele:

  • Nummer gegen Kummer – 0800 111 0 333
  • Evangelische Telefonseelsorge – 0800111 0 111
  • Katholische Telefonseelsorge – 0800 111 0 222

5) Chat, Tagebuch

Ich telefoniere nicht gern. Aber schreiben geht immer. Auch für Personen, denen es wie mir geht, gibt es eine anonyme Hilfe. Die basiert auf Emails, Chat oder Tagebuch.

Beispiele:

6) Selbsthilfegruppen

In manchen Städten gibt es Selbsthilfegruppen für Betroffene und/oder Angehörige. In meinen Beispielen kannst du u.a. ganz gezielt mithilfe der PLZ deiner Region suchen.

Beispiele:

!!! Im Notfall – IMMER !!!

… (Suizidgefahr, körperlicher Kollaps etc.) suche bitte das nächste Krankenhaus auf. Zwangseinweisungen sind bei Minderjährigen durch Eltern – in Absprache mit einem Psychiater – möglich.

Bei Erwachsenen ist es schwieriger. Der Sozialpsychiatrische Dienst des jeweiligen Krankenhause kann einen zwangsweise stationären Aufenthalt in die Wege leiten.

Abschließend

Wie eingangs erwähnt: Es gibt nicht den einen Weg aus der Essstörung heraus. Auch gibt es nicht die Sicherheit, dass eine Therapieform oder eine anderweitige Hilfeform sofort anschlägt.

Des Weiteren gibt eine Therapie etc. keine Auskunft, ob der essgestörte Kreislauf dauerhaft unterbrochen wurde. Aber eine Therapie jedwelcher Art und/oder therapeutenabweichende Hilfemöglichkeiten können für die körperliche und psychische Stabilisierung ein guter Anfang sein.

Scheue dich (als Betroffener und Angehöriger) bitte nicht, mit einem Arzt, einem Suchtberater oder pädagogischem Personal über deine Problematiken zu reden.

Happy Kalorie

Meine Auflistungen sind nicht vollständig und ohne Gewähr. Für die Inhalte der verlinkten Websiten sind die jeweiligen Seitenbetreiber zuständig. Neben den vorgestellten Anlaufstellen, kannst du auch jederzeit bei deiner Krankenkasse nachfragen, welche regionalen Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen.

Teil 1 –> Essstörungen – H wie Hilfe, #1

PS: Das PräventionsbuchEssstörungen – Was ist dasist im Handel erhältlich. Smiley

Folie1

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2 Gedanken zu “Essstörungen – H wie Hilfe, #2

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