Meine essgestörte Sicht der Dinge #9

Magersucht betrifft wenige

Ja, du hast richtig gelesen. Es gibt viel zu wenige Magersüchtige, damit das Krankheitsbild eingehend und effektiv erforscht werden kann. Entschuldige, aber diese These spottet jeglicher Beschreibung. Ich hoffe nur, dass die Industrie/Handel nicht auf Grundlage dessen agiert.

Happy Kalorie

Eins vorweg

Ich betone im Vorfeld, dass ich diesen Artikel nicht schlechtreden möchte. Dieser ist teilweise sehr wissenschaftlich gestrickt und ich bin keine Neurologin oder eine andere medizinische Fachkraft, um das Gegenteil, Ergänzungen oder was weiß ich noch alles beweisen zu können.

Was ich dagegen bin – eine inaktive Magersüchtige, die unzählige Jahre fortwährend magersüchtige, bulimische und Binge Eating Phasen hatte. Ich betrachte den Artikel aus persönlicher Sicht, mit meinen Augen. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Sicht #9 – Seltenheitswert der Magersucht

Ich beiße mich bewusst an der Aussage: “… Die Magersucht ist einfach zu selten …” fest. Wenn ich es nicht besser wüsste, käme ich auf den Gedanken: “Hey, so schlimm sind Essstörungen gar nicht, denn es sind nur ganz wenige betroffen.”
Klar, wenn alles gelesen wird, ergibt sich ein anderes Bild, aber was ist mit den Überfliegern? Wer kann sichergehen oder wie kann man sichergehen, dass der gesamte Artikel gelesen und dementsprechend verstanden wird?

Die Magersucht und alle weiteren Formen einer Essstörung sind definitiv nicht zu selten. Im Gegenteil, es gibt zu viele Betroffene. Wir können nur die Erkrankten statistisch betrachten, die sich Hilfe gesucht und bestenfalls gefunden haben. Was ist mit denen, die im stillen Kämmerlein unbemerkt leiden? Gibt es nicht? Weit gefehlt!

Eine Ess-Brech-Sucht oder eine Essanfallsstörung sind gut zu verheimlichen. Aber nur weil das Umfeld die krankheitsbedingten Handlungen nicht gleich erkennt (wenn überhaupt), heißt das nicht, dass diese generell nicht gefährlich oder gar nicht existent sind.

Ich wünschte mir, solche Aussagen würden zu Beginn intensiver durchdacht werden. Oder es käme unmittelbar eine Anmerkung hinzu, die die vermeintliche Lapitaridät entkräftet. Aber, wir sind hier nicht bei “Wünsch dir was!”.

Therapie

Neue Therapieformen werden benötigt, definitiv. Es ist unmöglich, jeden Betroffenen mit einer einheitlichen Therapie in ein Leben ohne Essstörung zu begleiten. So viele Menschen machen eine Therapie nach der nächsten, oftmals im ähnlichen Stil. Ich fände es viel besser, wenn hierbei individuell auf den Patienten eingegangen würde.

Dies ist sehr zeitaufwendig, weil Essstörungen eine große Macht haben und sich gegen alles sträuben, was sie vertreiben könnte. Aber wenn eine Therapie einen Betroffenen nicht komplett aus seinem gewohnten Umfeld rausreißen würde, wäre ein gewisse Käseglocke vermeidbar. Ich bin keine Ärztin und keine Psychologin, ich gehe lediglich von mir und meinen Vorstellungen aus.

Happy Kalorie

PS: Das PräventionsbuchEssstörungen – Was ist dasist im Handel erhältlich. Smiley

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PPPS: Quelle des Artikels – DAS GESTÖRTE BILD

https://www.substanzmagazin.de/magersucht-hirnforscher-entwickeln-neue-therapie/

PPPPS: Links zu den vorherigen Sichtweisen

7 Gedanken zu “Meine essgestörte Sicht der Dinge #9

  1. Ich war zuerst auch sehr irritiert über die Aussage, dass es zu wenige gäbe und es ist mir sofort sauer aufgestoßen… aber als ich weiter las, verstand ich es so, dass die Aussage eher auf Mädchen und Jungen (nicht Teenager) bezog. Und ich glaube, dass die Anzeichen einer Essstörungen erst zu spät wahrgenommen werden. Da kann dann einfach nicht mehr empirisch bewiesen werden, ob die eine abnormale Veränderung bereits vor der Essstörung zustande kam oder sich erst mit dieser entwickelte.

    Verstehst du was ich sagen will?

    Gefällt 1 Person

    • Danke für deine Worte. 🌻 Ja sicher hast du recht. Ich verstehe deine Aussage durchaus. Danke dafür. 😁 Auch danke, dass du in dich gegangen bist. 💐 Ich verstehe auch die fachmännische Kernaussage, die sich hinter dem besagten Passus verbirgt. Jedoch welcher Außenstehende denkt in diese Richtung weiter? Oftmals wird etwas aufgeschnappt und sofort hat man sich eine Meinung gebildet. Wer nimmt sich die Zeit, seine erste Eingebung zu überprüfen, so wie du? Kein Text garantiert das gleiche Verständnis für alle. Auch ich kann das nicht. Obwohl ich es gern möchte. 😎
      Das Feld bevor eine Essstörung auftritt, kann tatsächlich nicht empirisch betrachtet werden. Viel besser wäre es m.E., dieses besagte Feld präventiv zu nutzen, damit eine Essstörung gar nicht erst Fuß fassen kann. Dafür reichen die wissenschaftlichen Erkenntnisse allemal.
      Alles Liebe und einen schönen Sonntagabend
      Michaela

      Gefällt 1 Person

  2. Das ist wirklich sehr stark aus wissenschaftlicher Weise heraus argumentiert. Klar, sind Essstörungen selten, wenn man sie mit Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen vergleicht. Und gerade wissenschaftlich ist es immer schwierig mit psychischen Krankheitsbildern zu arbeiten. Man hat quasi immer zu kleine Stichproben (ganz egal welche Erkrankung), um stichfeste Argumente zu liefern. Der Aufwand größere pathologische Stichproben zu erheben wird in der Wissenschaft selten gemacht, da das auch mit vielen Kosten verbunden ist. Das wird einem im Pyschologiestudium immer vorgejammert. 😉

    Trotzdem ist eine solche Aussage schwierig, weil sie für sich genommen genau das vermitteln könnte, was du beschreibst. Denn auch, wenn die Magersucht selten ist, muss die Wichtigkeit dieser Erkrankung steigen, denn dann bin ich davon überzeugt, dass es möglich ist durch mehr Aufwand und mehr finanzielle Mittel auch mehr wissenschaftliche Antworten zu der Erkrankung zu finden.

    Liebe Grüße
    Julia

    Gefällt 1 Person

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