Meine essgestörte Sicht der Dinge #6

Eine Chance von 70 % zu Überleben

Ich lebe. Also mein Herz schlägt zumindest noch. Nicht immer im Takt, aber es schlägt. Es hat mich nicht im Stich gelassen, obwohl ich mir nichts anderes wünschte. Von anderen wurde ich verlassen, aber mein Herz glaubte an mich. Ein Glück, welches nicht jeder hat(te). Dessen bin ich mir bewusst. Manchmal, neben der Selbstverständlichkeit.

Happy Kalorie

Eins vorweg

Ich betone im Vorfeld, dass ich diesen Artikel nicht schlechtreden möchte. Dieser ist teilweise sehr wissenschaftlich gestrickt und ich bin keine Neurologin oder eine andere medizinische Fachkraft, um das Gegenteil, Ergänzungen oder was weiß ich noch alles beweisen zu können.

Was ich dagegen bin – eine inaktive Magersüchtige, die unzählige Jahre fortwährend magersüchtige, bulimische und Binge Eating Phasen hatte. Ich betrachte den Artikel aus persönlicher Sicht, mit meinen Augen. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Sicht #6 – Mein Überleben

Viele (7 bis 10 % sind viele) Essgestörte sterben an den Folgeerkrankung dieser bestialischen Sucht. Aber nicht nur Magersüchtige, auch Bulimiker und Essanfallsgestörte (OMG klingt das abwertend, sorry dafür), sowie viele weitere Betroffene, die an anderen Formen von Essstörungen (bspw. Chewing an Spitting, Orthorexie, Diabulimie etc.) leiden, können schlimmstenfalls das Ruder nicht mehr rumreißen.

Ich war gut 30 Jahre aktiv essgestört. Davon mindestens 15 Jahre massivst magersüchtig. Ich litt an der bulimischen Form. D.h. ich erbrach alles, was ich vorher (wie bei einer Ess-Brech-Sucht) rauschartig in mich hineingestopft hatte. Die rein bulimischen sowie essanfallsorientierten Phasen machen den zweiten Teil der 30 Jahre aus. Ich war länger aktiv essgestört, als ich derzeit ohne essgestörter Symptomatiken lebe.
Fakt ist: Spurlos gingen die essgestörten Jahre an mir nicht vorbei.

Wenn ich vor 6 Jahren den Absprung nicht geschafft hätte, würde ich heute nicht hier sitzen und schreiben. Mein Leben nahm eine unvorhersehbare Wendung. Dank meines starken Herzens, welches zwar einen kleinen Treffer abbekommen hat, aber dennoch treu zu mir hält. Für mich war ein Leben ohne Essstörung unvorstellbar. Jetzt ist es umgekehrt, ohne mich als geheilt anzusehen.

Wie viele Betroffene wirklich an den Folgeerkrankungen sterben, ist schwer einschätzbar. Denn es gibt eine Dunkelziffer, die – wie der Name es schon verrät – nicht einsehbar ist.

Happy Kalorie

PS: Das PräventionsbuchEssstörungen – Was ist dasist im Handel erhältlich. Smiley

Folie1

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PPPS: Quelle des Artikels – DAS GESTÖRTE BILD
https://www.substanzmagazin.de/magersucht-hirnforscher-entwickeln-neue-therapie/

PPPPS: Links zu den vorherigen Sichtweisen

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11 Gedanken zu “Meine essgestörte Sicht der Dinge #6

  1. Wie schön, dass du den Absprung geschafft hast, liebe Michaela! Das inspiriert mich sehr und gibt mir Hoffnung! Obgleich der längere Teil deines Lebens unter einer aktiven Essstörung litt, so wird der restliche Teil sicher davon verschont bleiben und die 30 Jahre wieder raushauen! 🙂

    Liebe Grüße! ❤

    Gefällt 1 Person

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