Meine essgestörte Sicht der Dinge #5

BMI und andere Katastrophen

Was ein BMI ist und wie dieser errechnet wird, weiß mittlerweile jedes Kind. Doch, dass der BMI veraltet ist, will zwar so mancher wahrhaben, aber genutzt wird dieser munter weiter. Hast du gewusst, dass der BMI gar nicht dafür entwickelt wurde, wofür er seit Jahrzehnten missbraucht wird?

Gestörte Sicht_5

Eins vorweg

Ich betone im Vorfeld, dass ich diesen Artikel nicht schlechtreden möchte. Dieser ist teilweise sehr wissenschaftlich gestrickt und ich bin keine Neurologin oder eine andere medizinische Fachkraft, um das Gegenteil, Ergänzungen oder was weiß ich noch alles beweisen zu können.

Was ich dagegen bin – eine inaktive Magersüchtige, die unzählige Jahre fortwährend magersüchtige, bulimische und Binge Eating Phasen hatte. Ich betrachte den Artikel aus persönlicher Sicht, mit meinen Augen. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Sicht #5 – BMI (oder Blöder-Mastorientierter-Indikator)

Der Body-Maß-Index, abgekürzt BMI, lauert überall. In jedem Buch, in fast jeder Diätwahnzeitschrift, in sämtlichen Abnehmtexten, selbst in meiner Ausbildung zur Präventionsberaterin wird in höchsten Tönen davon geschwärmt. Überall wird vom BMI erzählt und berichtet und wie einfach dieser doch zu errechnen ist. Achja, eine Kategorisierungsschema gibt es natürlich kostenfrei dazu.

Für die Berechnung wird lediglich die Körpergröße und das aktuelle Gewicht benötigt. Alter, Bewegungsgrad, Krankheiten und viele weitere persönliche Einflüssen spielen nicht mal ansatzweise eine Rolle. Leise wird Kritik erwähnt, was mich persönlich nicht überzeugt, denn die wenigsten nehmen Abstand von dieser unmenschlichen Kategorisierung.

Der BMI dient angeblich als eine Art Richtschnur. Diese Richtschnur ist aber m.E. ein Betonpfeiler, der nach wie vor großen Schaden anrichten kann. Auch wurde der BMI nicht zu dem erschaffen, wofür ihn die Menschheit heute nutzt. Wie so oft, stecken geldgewichtige Gründe dahinter.

Mein niedrigster BMI-Wert lag 2002 bei 14,53. Seit vielen Jahren bewege ich mich zwischen 19,03 und 19,73. Der einen zu dünn, dem anderen zu dürr –> für mich und meinem Körper genau richtig. Denn ich Bin-Mächtig-Intelligent … HAHAHAHA

Alternative zum BMI

Ich müsste an dieser Stelle eine Alternative zum BMI empfehlen. Mache ich aber nicht, denn wir sind kein Schlachtvieh. Sondern individuelle Menschen mit individuellen Körpern.

Zum Nachdenken

… Der BMI wurde 1832 von dem belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet entwickelt.[1] Die Bezeichnung Body-Mass-Index (BMI) entstammt einem 1972 veröffentlichten Artikel[23] von Ancel Keys. Keys empfahl den BMI allerdings nur für den statistischen Vergleich von Populationen, nicht für die Beurteilung der Übergewichtigkeit von Einzelpersonen.
Bedeutung gewann der BMI durch den Einsatz bei US-amerikanischen Lebensversicherern, die diese einfache Einstufung benutzen, um Prämien für Lebensversicherungen so zu berechnen, dass zusätzliche Risiken durch Übergewicht berücksichtigt werden. Seit Anfang der 1980er Jahre wird der BMI auch von der Weltgesundheitsorganisation verwendet. Die jetzige BMI-Klassifikation[3] der WHO besteht im Wesentlichen seit 1995 …
(Quelle: Wikipedia)

Happy Kalorie

PS: Das PräventionsbuchEssstörungen – Was ist dasist im Handel erhältlich. Smiley

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PPPS: Quelle des Artikels – DAS GESTÖRTE BILD
https://www.substanzmagazin.de/magersucht-hirnforscher-entwickeln-neue-therapie/

PPPPS: Links zu den vorherigen Sichtweisen

16 Gedanken zu “Meine essgestörte Sicht der Dinge #5

  1. Naja, eine Beurteilung der Übergewichtigkeit fand durch die Lebensversicherer ja schon irgendwie statt. Aber irrsinnig, dieses Maß dann in die Gesundheitsbranche zu überführen. Wenn bei mir da mal was gemessen wird, nehme ich das allerdings nur zur Kenntnis – und gut ist’s. 🙂

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  2. Über das Leben und Lieben schreibt:

    Super Beitrag! Gut, dass jemand mal darüber schreibt. Ich sehe es auch so, dass der BMI vollkommener Schwachsinn ist. 😀 Wie du schon sagst, er ist einfach zu simpel. Was ist zum Beispiel, wenn jemand viel Muskelmasse hat? Dann wären alle Bodybuilder stark übergewichtig, obwohl sie doch als so „gesund“ angesehen werden. (Ob sie wirklich gesund sind, ist eine andere Frage). Erschreckend fand ich, als ich letztens gesehen habe, dass in vielen Kliniken für Essstörungen der BMI trotzdem noch als Indikator genutzt wird, ob man „krank genug“ ist. Klar kann er bei Anorexie erst einmal ein ganz guter Hinweis darauf sein, wie abgemagert jemand ist… Aber mehr sagt er nicht aus. Wenn man einen Body Positive-Ansatz wählt, von dem ich ja ein großer Fan bin, dann würde der BMI eh komplett wegfallen. Dort wird betont, dass jeder Körper anders ist und Gesundheit nicht davon abhängt, wie man aussieht. Für mich ein guter Ansatz, um sich selbst akzeptieren zu können und die Essstörungen zu besiegen. Liebe Grüße und danke noch einmal für diesen tollen Beitrag! 🙂

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    • Ich danke dir, für deine tollen und sehr aussagekräftigen Worte.
      Leider stimmt es, dass in der medizinischen Fachwelt der BMI noch immer als Maßstab aller Dinge benutzt wird, obwohl der veraltete BMI kein Geheimnis ist.
      Jeder Körper ist auf seine Weise schön. Warum sollte die Natur etwas Hässliches erschaffen? „Krank genug“ -》 dieses Kriterium gehört abgeschafft. Wer Hilfe braucht, sollte dies uneingeschränkt erhalten. Schliesslich zahlen wir Monat für Monat viel Geld in ein (krankes) Gesundheitssystem.
      Den Body Positiv-Ansatz befürchte ich auch. Wir haben nur diesen einen Körper, genau wie wir nur ein Leben haben. Das sollte nach unseren Maßstäben gelebt werden und nicht nach den Vorgaben anderer.
      Alles Liebe für dich 💖
      Michaela

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      • Über das Leben und Lieben schreibt:

        Das stimmt allerdings, dass jeder der Hilfe benötigt und sucht, auch welche bekommen sollte. Und wie gesagt: Den Grad an Hilfe daran zu messen, wie jemand aussieht, ist für mich völlig schwachsinnig. Gibt es generell Abstufungen bei der benötigten Hilfe? Naja, vielleicht ist es einfach nötig Prioritäten zu setzen, da man ja wirklich nicht alle (gleichzeitig) behandeln kann. Aber dann wäre doch vielleicht ein Auswahlgespräch eine bessere Idee.

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      • Es gibt in Sachen Hilfe Abstufungen. Ich denke aber, dass in seelischen Angelegenheiten eine Messung nicht abgebracht ist. Gefühle und Emotionen sind bei jedem anders. Eine Kategorisierung ist schier unmöglich. Zumal keiner vorhersehen kann, wie es weitergeht.
        Eine Basis sollte für jeden gegeben sein. Dann doch lieber einzelne Zwischengespräche und zeitgenaue Beurteilung ohne Scheu. Aber gut, ich bin kein Arzt. Ich würde es mir so wünschen. Schwierig, aber lösbar, wenn es wirklich gewollt wäre.

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