Essstörungen – M wie Medien

Wir alle werden u.a. durch die Medien manipuliert. Eine Schlagzeile jagt die nächste. Je skurriler, desto besser. Je fadenscheiniger, desto besser. Je sexistischer, desto besser. Sensationshascherei spült Geld in die klammen Kassen. Lückenjournalismus ist en vogue.

Welches gesellschaftsabhängige Medium ist interessiert, eine Gegebenheit im Ganzen darzustellen? Im Ganzen im Sinne von –> auch unschöne, langweilige, nachteilige etc. Details mit anzuführen.

Meinungsfreiheit

Meinungen zu formen ist einfach, wenn man die Aufmerksamkeit des gemeinen Volks hat. Falsche Meinungen zu knorrigeren ist im Vergleich dazu eine Mammutaufgabe. Ein unumstößlicher Fakt wird zigmal anders dargestellt. Nennt man das Meinungsfreiheit? Glaube das, was du glauben willst? Ist doch egal wie die Realität aussieht. Die Industrie, Politik, Wissenschaft etc. haben immer RECHT! Komme was wolle, die Erde ist nicht rund, sie ist ein Rhombus. Wenigstens wird die Erde als solches nicht negiert.

Und genauso werden auch Essstörungen in den Medien verunglimpft. Seriendarsteller hungern sich für eine essgestörte Rolle runter, reden nebenbei mit einer Betroffenen und spielen die Figur ja so realitätsgetreu. Wenn Essstörungen in Serien und Filmen vorkommen, dann sowieso nur die Magersucht. Ist die leichter darzustellen?
Ok, bei GZSZ kam auch mal Bulimie zum Ausdruck, aber mit der bestialischen Wahrheit hat das alles nichts zu tun.
Kann eine unerfahrene Person überhaupt eine essgestörten Rolle einnehmen und nach Drehschluss wieder zur Tagesordnung übergehen?

Glauben, was sie sehen

Betroffene, die eine Essstörung durchleben und auch inaktive Betroffen (wie ich) erkennen den Schund sofort. Unwissende dagegen glauben den Hafer, den sie sehen. Kein Wunder also, dass viele denken, eine Essstörung sei nur ein dummes Verhaltensmuster, um ganz schnell ganz dünn zu werden. Eine Art übertriebene Diät quasi.
Mich macht das wütend, denn immer mehr (junge) Menschen sterben an den Folgen dieser mörderischen Sucht. Aber in den Medien werden Essstörungen verherrlicht. Nicht nur das, sie werden regelrecht angepriesen.

Im Koalitionsvertrag unser Vorzeigeregierung ist die Bekämpfung von Essstörungen laut Mediendarstellung irgendwo gelistet. Toll, dass die Schwere endlich erkannt wird. Doch, wie werden die Gegenmaßnahmen aussehen? Hahahaha … Wenn überhaupt welche zum Tragen kommen. Ich sehe die Augenwischerei schon jetzt. Eine Krähe kratzt einer anderen kein Auge aus. So viel steht schon mal fest.
Wie äußerte sich letztens eine beleibte Person mir gegenüber: “Mir sind die verhungernden Models Wurscht. Sollen sie verhungern! Ich bekomme auch keine Hilfe.”
Vor Entsetzen blieben mir die Gegenargumente im Halse stecken.

Das Thema ist bei weitem nicht ausgeschöpft. Aber bevor ich mich richtig hineinsteigere, setze ich an dieser Stelle lieber einen Punkt. Zwinkerndes Smiley Mich interessiert abschließend, wie du die Medien empfindest?

Happy Kalorie

PS: Das PräventionsbuchEssstörungen – Was ist dasim Handel erhältlich. Smiley

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7 Gedanken zu “Essstörungen – M wie Medien

  1. Liebe Michaela, lustigerweise musste ich auch an die Situation bei Gzsz denken und wie wenig sie mit der realen Krankheit zusammenhängt. Ich stimme dir außerdem absolut zu! Medien sind ein äußerst wichtiger Faktor für die Verbreitung von Informationen und sollte daher nicht fürs „Entertainment“ ausgenutzt werden.

    Manchmal frage ich mich, warum niemand etwas sagt. Schließlich gibt es doch auch Menschen beim Fernsehen, die an Essstörungen leiden. Außerdem versuchen Filme ständig mit Ihrem Kunst Blut und Requisiten so authentisch wie möglich zu erscheinen. Warum also nicht auch mal da etwas mehr recherchieren, wenn es um eine verbreitete Krankheit geht?

    Danke für deinen wie immer wunderbaren Beitrag!

    Liebe Grüße! 😘

    Gefällt 1 Person

    • Danke Mia, du schreibst mir aus dem Herzen. Und zu deiner Anmerkung, warum die Protagonisten nicht oder sehr wenig recherchieren, schwebt mir was vor. 😉 Das können wir versuchen zu optimieren.
      Warum niemand was sagt? Weil kein Gehör vorhanden ist. Essstörungen passen zwar ins Bild, aber nicht ins Verständnis.
      Hab einen tollen Tag 😍
      Michaela

      Gefällt 1 Person

  2. Ich stehe den Medien da auch wirklich sehr sehr kritisch gegenüber.
    Also ich weiß, dass zum Beispiel Lily Colins selber die Essstörung hatte und deswegen auch die Rolle angenommen hat für To the Bones. Dort spielen nur Schauspieler mit, die das wirklich selber erlebt haben. Wobei ich den Film auch etwas kritisch gegenüber sehe.
    Aber ansonsten ist es wirklicj so. Essstörungen werden verherrlicht. Sie werden klein gemacht. Vorurteile werden verbreitet, das finde ich auch ganz schlimm.
    Auf Instagram schauen sich die Kinder das auch alles ab von Seiten mit Personen dir an einer Essstörung leiden, die tausende Follower haben. Ganz schlimm!

    Aber vor allem zeigen solche Medien, dass es in Ordnung ist. Und das ist es auf gar keinen Fall.
    Und das macht mich auch wütend und traurig. Denn die Menschheit sorgt selber dafür, dass immer mehr Menschen krank werden und merkt es nicht mal.

    Liebe Grüße und wünsche dir ein schönes Wochenende!

    Gefällt 2 Personen

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