Essstörungen – I wie Ignoranz

Realität ist: Essstörungen gehen uns nichts an, denn in unserer Familie ist keiner davon betroffen.“

Doch ist das private und berufliche Umfeld wirklich erst dann von der Problematik betroffen, wenn Essstörungen bereits Macht über ihr Kind, Enkel/in, Mitarbeiter/in, Schüler/in, Partner/in etc. hat? Warum ist es so schwer, im Vorfeld etwas präventiv und prophylaktisch zu tun?

Problem ist: Essstörungen sind stellenweise in unserer Gesellschaft anerkannt. Beispielsweise: Je dünner, desto erfolgreicher. Je definierter die Muskeln, desto angesehener. Oftmals werden Essstörungen vom „unwissenden/hilflosen“ Umfeld als albernes Verhaltensmuster abgetan.

Fachleute wissen: Essstörungen sind abstrakt. Betroffene drücken sich darüber aus und versuchen mithilfe einer Essstörung ihre Probleme zu bewältigen, verarbeiten, verdrängen etc.

Um die frühzeitigen Signale einer entstehenden Essstörung zu erkennen, ist es daher zwingend notwendig das soziale Umfeld – vor der Manifestierung – umfangreich aufzuklären. Nicht erst dann, wenn das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen ist. Doch wie können wir die Aufmerksamkeit, trotz keiner aktuell bestehenden Erkrankung einer bestimmten Person, im Umfeld erreichen?

Ziel ist: Den Eltern und auch dem pädagogischen Personal die bestialischen und zerstörerischen Hintergründe einer Essstörung in Präventionsveranstaltungen zu verdeutlichen. In Schulen sitzt die Generation = unsere Zukunft von Morgen. Im gemeinsamen Gespräch werden themenspezifische Fragen intensiv beantwortet. Bereits vorhandenes Wissen über diese Thematik wird somit erweitert, korrigiert und Missverständnisse werden aus der Welt geschafft. Dadurch wird der eigene Blick sensibilisiert, was bestenfalls ein frühzeitiges Intervenieren ermöglicht.

Fakt ist: Wir in Deutschland leben in einem Schlaraffenland. An sich müsste in unserer Wohlstandsgesellschaft keiner Hungerleiden oder gar an einem Hungertod sterben. Trotz der vollen Regale und des überdimensionalen Nahrungsangebotes, verhungern bei uns regelmäßig Menschen – unabhängig der Gesellschaftsschicht.

Je früher ein Abrutschen in eine mögliche Essstörung erkannt wird, desto früher kann interveniert werden. Wir alle tragen die Verantwortung für die Gesunderhaltung unserer Zukunft und wir alle sind ein Teil dieser immer dünner werdenden Gesellschaft.

Was oder wie denkst du darüber? UMDENKEN!

 

PS: Bald ist es soweit: Am 15.10.2017 erscheint mein Präventionsbuch: Essstörungen – Was ist das? Sobald das Buch bei Amazon vorbestellbar ist, veröffentliche ich das Cover.
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