Essstörung – Mithilfe der Medien …

Ich gebe es offen und ehrlich zu. Ich bin ein absoluter Internet- und Smartphone-Junkie. Egal wo ich mich befinde, sei es im Supermarkt in der Warteschlange, vor einem Präventionstermin wartend auf dem Parkplatz (weil ich immer viel zu zeitig da bin) oder abends im Bett – das Internet und all die internetabhängigen Dienste stehen treu und ergeben an meiner Seite.

Die Informationsflut hat kein Ende. Ich liefere mich dem sogar freiwillig aus, denn ich bin (fast schon übertrieben) wissbegierig. Lesen, darüber nachdenken, abhaken oder abspeichern und so weiter und so fort.
Würde ich jedes Mal anstatt zum Internetendgerät in eine Bonbontüte greifen, wäre ich den lieben langen Tag nur am Süßigkeiten-Essen und das einfach mal so nebenbei.
Während ich 24 Stunden mein Verhalten spiegelte, sah ich etwas genauer hin, um zu erkennen, welche Informationen bspw. bei Facebook meine Neugier wecken und welche nicht.  Dabei fiel mir auf, dass ich zu unterschiedlichen Tageszeiten, unterschiedliche Nachrichten präsentiert bekomme. An sich keine bahnbrechende Erkenntnis, aber das Muster, welches sich mir offenbarte, regte mich zum Nachdenken an.
Früh und abends scrollte ich mich durch unzählige Diätversprechen, Abnehmtipps und Regeln, die eine rasante Gewichtsreduktion anpreisen. Sämtliche Medien nutzen das morgendliche und abendliche Internettreiben der Bevölkerung, die ansonsten tagsüber im Job, in der Schule und/oder mit ihren Studium versorgt sind.
Mittags, wenn ich mir bewusst zehn Minuten Zeit zum Daddeln in Facebook nehme, stoße ich nur selten auf frivole figurbezogene Post. Warum das so ist, weiß wohl jeder, der sich schon mal intensiver mit der Abnehm-Thematik befasst hast.
Ich persönlich finde es einerseits erschreckend und abstoßend, wie mit den Wünschen der Diäthungrigen, die wirklich ein paar Kilos verlieren möchten, umgegangen wird.  Anderseits sehe ich aber auch die Gefahr für die Personen, die eine Diät nicht benötigen, sich aber dennoch zu dick finden. Die Diätbranche hat, wie für das Handwerk, einen goldenen Boden.
Ungehindert können alle Personengruppen auf diese Informationen zugreifen. Sämtliche Diätprodukte sind im Handel – überwiegend ohne Altersbeschränkung – frei erhältlich. Während Alkohol und Zigaretten von Jugendlichen erst mit 16 bzw. 18 Jahren gekauft werden können. Ist das nicht absurd? Das zeigt, dass die weitreichenden Gefahren der Essstörungen noch nicht dort sind, wo sie (meiner Meinung nach) längst sein sollten –> im Fokus der Aufmerksamkeit.
Je mehr die Medien mit gewichtsreduzierenden Mitteln und Thesen jonglieren, umso mehr ist eine gezielte Aufklärung notwendig, denn nicht selten führt eine Diät oder eine ganze Odyssee an Abnehmversuchen, in eine handfeste Essstörung.
Wird dann immer noch behauptet: “Eine Essstörung betrifft mich nicht und geht mich deshalb nichts an!”???

Der gefährliche Mager- Schönheits-Ernährungs-WAHNmuss geSTOPPt werden!

PS: Happy Kalorie ist auch bei Facebook und YouTube aktiv.

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