Zimt dich in Acht

Die Weihnachtszeit steht mit scharrenden Hufen vor der Tür. Den Advent verbringt ein Großteil mit leckeren Plätzchen, deftigen Lebkuchen,  schmackhaften Stollen und berauschenden Glühwein/Punsch. Wenn ich an Weihnachten denke, rieche ich neben Räucherkerzen überall Zimt. Geht es dir auch so?

In der Weihnachtsbäckerei darf Zimt auf keinen Fall fehlen. Mal ganz vom weihnachtlichen Ambiente abgesehen, hat Zimt mittlerweile das ganze Jahr Saison. Denn Zimt unterstützt die Fettverbrennung und hilft somit beim Abnehmen.

Zimt ist nicht gleich Zimt.

Was wäre Milchreis oder Eierkuchen ohne Zimt und Zucker? Kannst du dir Zimtsterne, Glühwein, Chai ohne Zimt vorstellen? Sicherlich nicht.

Doch Vorsicht! Zimt bitte nicht in rauen Mengen verzehren.  Spätestens seit den Zimtchallenges der letzten Jahres ist bekannt, dass zu viel Zimt schädlich sein kann. Behaupten die Medien, nicht ich. Zwinkerndes Smiley

Hast du es versucht, einen Teelöffel Zimt zu schlucken? Die Nachwehen sind alles andere als lustig. Ich habe es ausprobiert, aber nur mit einem halbvollen Löffel. Mich interessierte vor allem, ob Zimt die Mundschleimhaut tatsächlich dermaßen austrocknet, das ein Schlucken unmöglich ist. Tja, was soll ich sagen? Es hatte sich bewahrheitet. Und was dir an dieser Stelle nicht entgangen sein dürfte: Ich lebe noch und habe keine gesundheitlichen Schäden davongetragen. Zwinkerndes Smiley

Zimt ist nichts anderes als ein Stück Baumrinde. In unseren Gefilden ist der milde, leicht süßliche Ceylon-Zimt sowie das herbere Pedant –> der etwas bittere Cassia-Zimt, am bekanntesten.

Im Zimt – hauptsächlich im billigeren Cassia-Zimt – befindet sich Cumarin, ein natürlicher Aromastoff, der sich unter anderem auch im Waldmeister, Steinklee und Tonka-Bohnen befindet. Dass eine erhöhte Menge von Cumarin zu Leberschädigungen führen kann, war der Gesundheitswissenschaft bereits bekannt.

Bei einer zufälligen Untersuchung von Zimtsternen im Dezember 2005, entdeckte die Lebensmittelüberwachung in Münster eine erhöhte Dosierung dieses Aromastoffes und die Zimt-Skepsis war geboren. “Finger weg von Zimt! Es verursacht Leberschäden, Leberentzündungen und Kopfschmerzen, zumindest bei Ratten.”

Nach dem üblichen Hype, kehrte irgendwann wieder Ruhe ein. Bis zur Weihnachtszeit, dann blubbert dieses Thema gelegentlich wieder auf. Selbst wenn das Cumarin im kostengünstigeren Cassia-Zimt Leberschäden verursachen kann, (was nicht bei jedem der Fall ist, der Zimt konsumiert) muss auf dieses Gewürz nicht komplett verzichtet werden.

Laut Aromenverordnung, die seit dem Zimtskandal 2005 eine Höchstmenge festgesetzt hat, sind 0,1 mg isoliertes Cumarin pro Körpergewicht unbedenklich. Aber mal ehrlich, auch zur Weihnachtszeit halte ich es für unwahrscheinlich, dass eine Person jeden Tag so viele Zimtprodukte in sich hineinstopft, bis er/sie selbst als Zimtstange durch den Alltag wandelt. Glaubst du, irgendjemand rechnet nach, wie viel er/sie Zimt pro Tag essen dürfte? Geht das überhaupt?

Diskussion auf dem Weihnachtsmarkt

Sie: Ich hätte gern eine Tasse Glühwein.
Verkäufer: Sehr gern, macht 3,50 €.
Sie: Wie viel Zimt ist eigentlich in Ihrem Glühwein? Nutzen Sie Cassia- oder Ceylon-Zimt? Meinen Sie nicht, dass Sie die Menge pro Tasse ausweisen sollten für den gesundheitsbewussten Konsumenten?
Verkäufer: Hä…? Was wollen Sie von mir? Ich möchte jedenfalls 3,50 € von Ihnen!
Sie: Ach, Sie können mir gar keine Auskunft geben?! Gut, dann trinken Sie ihren Glühwein allein. Tschüss

Doch der Clou

… daran ist: Es ist noch nicht mal wissenschaftlich bewiesen, ab welcher Menge sich Cumarin negativ auf die Gesundheit auswirkt und ob die Testergebnisse der Ratten eins zu eins auf den menschlichen Organismus übertragbar sind. Aber Hauptsache, es wurde erstmal Panik gemacht.

Was ist erlaubt?

Kinder dürfen demnach zehn und Erwachsene vierzig Zimtsterne pro Woche essen.
Ausnahme: Werden Zimtsterne selbst mit Ceylon-Zimt (enthält weniger Cumarin) gebacken, darf mehr gegessen werden. Die Industrie benutzt mehr oder weniger (ausschließlich) die kostengünstigere Zimtvariante. Deshalb geht man wohl aller Spekulation aus dem Weg, wenn man seinen Zimtappetit mit preisintensiveren Ceylon-Zimt stillt.

Sarkasmus oder Wahrheit?

Gesundheitsbehörde: “Passen Sie auf, dass Sie nicht zu viel billigen Zimt essen!”
Die Folge: Es werden weniger industriell gefertigte Zimtsterne gekauft. Die Zimtsternen-Firmen verdienen weniger Geld – radikaler Gewinneinbruch.
Was tun? Letztes Geld zusammenkratzen und eine Zimt-Lobby gründen, die propagiert, wie gesund und wundervoll und einzigartig fantastisch Zimt ist.
Was geschieht? Zack, der Verkauf erhöht sich im kommenden Jahr ums Dreifache. Zimt wird gehortet und in großen Mengen konsumiert, denn Zimt ist ja so gesund.

Mein Fazit

Wie immer und überall – die Menge macht das Gift. Einerseits tauchen immer neue Lebensmittelerkenntnisse auf, anderseits weiß der Konsument gar nicht, welche Inhaltstoffe sich in den einzelnen Produkten überhaupt befinden.  Lass dich nicht beirren. Wenn du Appetit auf Zimt hast, gönn es dir mit gutem Gewissen. Smiley  Aber bitte in Maßen… Zwinkerndes Smiley

Wie oft isst du Zimt? Das ganze Jahr oder eher zur Weihnachtszeit? Oder bist du wie ich, die Zimt nicht zwingend haben muss?

Ein Gedanke zu “Zimt dich in Acht

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