Ess-/Brechsucht: Z wie kaputte Zähne

Bulimie zerstört nicht nur die Seele, sondern auch den Körper. Bulimie giert nach hochkalorischen Lebensmitteln, die im normalen Alltag verboten werden. Wie im Rausch werden Unmengen Kalorien in sich hineingestopft.

Am Ende einer Attacke wird der Geschmack nebensächlich. Hauptsache fressen – egal was. Vorräte werden geplündert und/oder das hastig hinuntergeschlungen, was extra für eine Attacke gekauft wurde.

Es ist die Hölle.

Davor, weil eine Fressattacke kaum erwartet werden kann bzw. übermannt einen das Verlangen zu fressen von jetzt auf gleich. Bulimiker können es kaum erwarten, endlich dem Drang nachgeben zu können. Während eines Anfalls herrscht absoluter Kontrollverlust. Die Attacke – trotz Vorbereitung – gar nicht erst beginnen oder gar mittendrin aufhören, ist schier unmöglich.

Danach, weil der ganz Körper schmerzt und das schlechte Gewissen sowie die messerscharfen Selbstvorwürfe in einem randalieren. Kotzen ist einerseits eine Erleichterung, anderseits harte Arbeit, denn alles was gefressen wurde, muss raus. Der Kopf fühlt sich an, als platze er jeden Moment. Die Augen drücken, als wollen sie jeden Moment herausspringen, um sich das Elend nicht anschauen zu müssen und die Speiseröhre ist eine verätzte Magensäurerutsche. Es ist die Hölle, denn auch der Rachenraum samt Zahnfleisch entzündet sich durch das Kotzen regelmäßig.

Magensäure

Durch die Magensäure werden die Zähne mit der Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Wie ein feiner Film legt sich die Säure um die Zähne und zerstört den Zahnschmelz. Die Zähne werden dünn. Schneidezähne können abbrechen. Das Zahnfleisch geht zurück und Karies hat ein leichtes Spiel. Dem Zahnarzt fällt Bulimie in der Regel schnell auf. Inwieweit er darauf hinweist, obliegt dem Arzt selbst.

Ich

… litt jahrelang an der bulimischen Magersucht und zeitweise an der reinen Bulimie. Meine Zähne sind unwiderruflich kaputt. Die Instantsetzung kostet mich eine Stange Geld. Zum Glück sieht man von außen nichts, aber unangenehm ist es mir trotzdem, auch wenn ich kein Geheimnis aus den Entstehungsgründen mache.

Die Essstörung

… habe ich besiegt. Nun kann sich mein Körper von dem jahrzehntelangen Raubbau erholen. Einige Blessuren werden nicht wieder gut. Mit den Nebenwirkungen muss ich leben. Jedoch sind diese Beeinträchtigungen leichter zu ertragen, als die Hölle der Essstörung.

Prävention ist ein Muss!

Zahnschäden Essstörung

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