Essanfallsstörung: Y wie Body-Maß-Index

Der Body-Maß-Index, oder abgekürzt BMI (= kg / m2) genannt, genießt noch immer ein hohes Ansehen, obwohl diese Klassifizierung schon lange ausgedient hat. Einerseits entwickelt sich alles weiter, anderseits halten sich manche realitätsferne Weisheiten ewig.

Noch immer wird das Gewicht anhand der BMI-Kennzahlen verglichen.

Untergewicht              < 18,5
Normalgewicht              18,6-24,9
Übergewicht                   25-29,9
Adipositas Grad I          30-34,9
Adipositas Grad II         35-39,9
Adipositas Grad III    > 40

Nun stell dir mal einen 35 jährigen sportlichen Hünen vor, der bei einer Größe von 1,90 m durchtrainierte 130 kg wiegt. Er hat kein Gramm Fett zu viel und tut alles dafür, in Form zu bleiben. Augenscheinlich leidet er weder an Übergewicht, noch an Adipositas (Fettsucht).

Berechnung und Auswertung

130 geteilt durch 1,9 durch 1,9 ist gleich 36,01. –> Laut BMI wäre er adipös zweiten Grades.

Damit möchte ich verdeutlichen, dass man sich nicht nur am BMI orientieren sollte. Und ich bin zusätzlich der Meinung, dass die Gewichtsklassifizierung aktualisiert werden muss. Bei Kleinkindern werden Perzentilkurven verwendet. Bei Erwachsenen sind nähere Körperangaben wie

  • Bauchumfang,
  • Alter,
  • Muskelmasse,
  • Wasserverteilung etc.

offensichtlich nicht wichtig. Zumindest macht es den Anschein für Laien, die lediglich ihre Gewichtsangabe und Körpergröße zur Hand haben.

Betroffene der Essanfallsstörung sind in der Regel nicht muskelbepackt und bei einer professionellen ärztlichen Untersuchung werden garantiert die entsprechenden Parameter angesetzt, um ein ehrliches Ergebnis zu erhalten. Ich persönlich finde solche Einteilungen – die sich jeder ungefiltert besorgen kann – eher kontraproduktiv, auch wenn dies nicht zu verhindern ist.

Wir leben

… in einer körperbetonten Gesellschaft, die in mehreren Schichten unterteilt ist.

  • dürr
  • dünn
  • schlank
  • normal
  • mopslig
  • dick
  • fett
  • Bomber

Es stimmt, es muss Grenzen und Vergleichswerte geben. Jedoch sollten diese regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Der bisherige, ursprüngliche BMI ist mit Vorsicht zu genießen. Zwar steht er seit längerem in der Kritik, allerdings wurde bis dato kein adäquater Ersatz gefunden. Die Zeit wäre reif dafür, oder?

Dick ist nicht gleich dick.
Prävention ist ein Muss.

Body-Maß-Index

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