Ich + Jenkes Experiment – Essstörung = Bauchgrummeln

Der Dienstag war bis dato immer der Ernährung vorbehalten und so wird es auch wieder werden. Diese Woche steht mir der Sinn allerdings nach etwas anderem und zwar nach einem kurzen Abriss zu “Jenkes Experiment – Essstörung”, vom 26.09.2016 bei RTL.

Wer meinen Kommentar bei Facebook gelesen hat, weiß, dass ich alles andere als glücklich über diese Sendung war. Von Anfang an nagte Skepsis an mir, ob es sich wirklich für mich lohnt, dass ich mir das Experiment bewusst anschaue. Ich habe es getan. Einerseits aus Neugier, was Jenke daraus macht. Anderseits hoffte ich auf einen gutrecherchierten Journalismus.

Gut, beides traf nicht zu. Bereits nach den ersten Sendeminuten war ich auf 360 Grad. In mir ballte sich ein Feuerball aus Wut und Entrüstung zusammen, das mich wie Rumpelstilzchen in der Wohnung rumstampfen ließ. Ich fühlte mich wie das schnaufende Emoticon. Bis heute hat sich dieses Gefühl nicht gänzlich aufgelöst.

Warum reagier(t)e ich dermaßen emotional?

Die Thematik Essstörung wurde verherrlicht und auf die leichte Schulter genommen. Allein der Aspekt, es als Experiment zu definieren, fand ich unverantwortlich. Jenke tat alles daran, in eine Essstörung zu rutschen und demonstrierte anhand seiner schwindenden Körperumfänge, lediglich wie schnell eine Gewichtsreduktion funktioniert.

Unter den Zuschauern waren garantiert Betroffene, Eltern, Co.-Abhängige, Schüler, Teenager, Kinder, pädagogisches Personal etc. Alle sahen das gleiche Schauspiel und beim Großteil kam sicherlich das Gleiche an. Nicht die Gefährlichkeit, sondern:

  • “Wow, einfach vier Wochen nichts essen, einmal freiwillig kotzen und schon sind die Pfunde weg!”
  • “Was der Jenke kann, kann ich noch viel besser!”
  • Oder: “Wenn Jenke das macht, kann ich es auch tun!”

Was mich ärgert?

Ich und viele andere gute Projekte leisten Aufklärungsarbeit. Jedoch ich (kann nur für mich sprechen) werde mit meiner Präventionsarbeit nicht mal ansatzweise so ernstgenommen, wie Jenke, der als Journalist einen großen Bekanntheitsgrad hat. Trägt er nicht gerade deswegen eine Verantwortung gegenüber seinen Zuschauern? Oder ist das reine Sensationshascherrei? Er polarisiert – keine Frage, das finde ich sogar gut. Aber dabei darf die Ernsthaftigkeit und Gefährlichkeit nicht verloren gehen.

Essstörungen sind kein Experiment – Essstörungen sind eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die tödlich enden kann.

Prävention und Aufklärung

… sind wichtig und vor allem heutzutage unerlässlich. Wer weiß das besser als ich? Allerdings muss diese getrennt und separat erfolgen. Betroffene benötigen eine andere Zuwendung, wie Eltern oder Lehrer. Alles in einen Topf zu schmeißen, damit sich jeder das rausnehmen kann, was er/sie denkt, finde ich unangebracht. Gerade bei Essgestörten (!), die alles anders auffassen, wie es eigentlich gemeint war/ist.

Abschreckend?

Hatte die Sendung wirklich eine abschreckende oder gar präventive Wirkung? Ich persönlich sage NEIN. Meines Erachtens wurde ein komplett falsches Bild von den Krankheitsbildern

  • Magersucht (welche vorwiegend als Anorexie bezeichnet wurde. Sogar vom Experten Dr. Wilke, der es besser wissen müsste –> Anorexie hat nichts mit Anorexia nervosa zu tun.)
  • Ess-/Brechsucht (Bulimie oder Bulimia nervosa)
  • Essanfallssstörung (Binge Eating Disorder oder Binge Eating Störung)

dargestellt.

Hauptthema in der Sendung

… war die Magersucht. Ein wenig angerissen wurde die Essanfallsstörung und die Bulimie fiel komplett hinten runter. Lediglich der selbstherbeigeführte Kotzversuch, wies auf eine mögliche Bulimie hin. Oder war die bulimische Form der Magersucht damit gemeint?

Stichwort: Formen oder Typen

Die möglichen Unterformen wurde gar nicht erwähnt. Oder ist das etwas bekannt, dass Magersucht restriktiv (einschränkend) oder bulimisch (Purging Typ) auftreten kann? Genauso mit der Bulimie. Es gibt Bulimiker, die kotzen nicht, sind aber trotzdem bulimisch.

Essstörungen beschränken sich nicht nur auf Magersucht | Ess-/Brechsucht und Essanfallsstörung. Es gibt weitere Formen:

  • Sportbulimie
  • Anorexia athletica
  • Pica-Syndrom
  • Orthorexia
  • Drunkorexie
  • etc.

Ich möchte es hierbei belassen. Jenke habe ich eine ausführliche Email zu meinen Gedankengängen geschrieben. Das habe ich als meine Pflicht angesehen. Smiley Ob ich eine Antwort von ihm erhalte, wird sich zeigen. Zwinkerndes Smiley Ich kann mit meiner Ansicht und Erfahrungen nicht die Welt verändern, aber ich muss auch nicht alles als gegeben hinnehmen.

Essstörungen sind kein Experiment!
Prävention ist ein Muss – ich wiederhole mich so lange, bis es erkannt wird.

FB_Prävention13

Wie es weitergeht

Nächste Woche Dienstag beginne ich mit meiner Sichtweise auf das Thema Ernährung.

Smiley Happy Kalorie ist auch bei Facebook  Smiley  KLICKGefällt mir  Zwinkerndes Smiley

Ein Gedanke zu “Ich + Jenkes Experiment – Essstörung = Bauchgrummeln

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