Wie siehst du dich?

Es ist noch gar nicht so lange her, da schaute ich den Spiegel und sah eine völlig andere Frau. Das Wesen, was mich mit großen Augen anklotzte, konnte ich gar nicht sein. Ich fühlte mich nicht so groß und schon gar nicht attraktiv. Zudem blickte ich immer auf den Boden. Mein Spiegelbild nicht. Das sah mit klar und freundlich an. Schon allein aus dem Grund, konnte ich nur an Halluzinationen leiden.

Wenn ich unterwegs war, drängte ich mich nie in den Vordergrund. Und ja nicht reden, ich könnte ja auffallen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich viel zu leise sprach. Gehört hätte ich mich eh keiner. Für mich war das nicht schlimm, denn das bestätigte, was ich von mir hielt. Nämlich, nicht wirklich viel.

Meinen Alltag bestritt ich ganz gut. Aufregung oder sonstige Besonderheiten hielten sich in Grenzen. Am liebsten war ich Daheim, wo mich keiner sah. Wer will sich schon mit einer so langweiligen und ruhigen Person wie mich abgeben? War ich dann doch mal mit Freunden weg, fühlte ich mich unwohl. So viel Trubel und jeder hatte Spaß. Nur ich nicht, weil ich krampfhaft versuchte, mich wohlzufühlen. Ich wollte mitreden, kam aber selten zu Wort. Ich wollte lustig sein, aber ich war bieder wie ein hautfarbener Omaschlüpfer. Ich wollte intelligent wirken, allerdings machte ich einen ziemlich arroganten Eindruck. Die Litanei könnte ich beliebig erweitern, wenn ich das wöllte. 😉

Zusammenfassend: Ich selbst stellte mein Licht unter den Scheffel. Selbstbewusstsein und Mut fehlten mir komplett. Ich fühlte mich wie eine graue Maus. Weder hübsch, noch auf einer besonderen Art einzigartig. Statt Michaela, hätte ich auch Langweile heißen können. Mit mir war nichts los. Im Hintergrund, in der hintersten Ecke, dort war mein Platz. Ja nicht auffallen und schon gleich gar nicht lauter reden! Ich konnte nichts. Ich war nichts wert. Ich war nur auf der Welt, um mein Leben abzusitzen.

Eines Tages wendete sich das Blatt. Ich schaute in den Spiegel und erkannte, dass ich doch gar nicht so grau bin. Es dauerte eine Weile, bis ich mich mit mir anfreundete. Und siehe da, auf einmal konnte ich lauter reden, wenn ich was zu sagen hatte. Ich genoss es gelegentlich, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Wenn ich keine Lust auf Party´s hatte, ging ich einfach nicht hin. Punkt.

Mittlerweile habe ich mich mit all meinen Ecken und Kanten akzeptiert. Ich habe eine Meinung, die ich vertreten kann und ich habe mich aus dem Strudel der Allgemeinheit gelöst. Mein Selbstbewusstsein hat Muskeln bekommen. Klar, manchmal denke ich schon darüber nach, mich anders zu geben, weil ich mir einbilde, dann klappt es besser. Aber genau dort ist die Krux begraben. Wenn ich etwas zum Schein tue, bin ich nicht ich und somit nicht glaubwürdig. Muss ich mich belügen, um mich besser zu sehen, als ich es tatsächlich bin?

Nein, muss ich nicht. Wenn ich nichts zu sagen habe, halte ich die Klappe. Ob es den anderen nun gefällt oder nicht. Ich möchte mich im Spiegel angucken können und sagen: „Genau das bin ich!“ Dann klappt alles, was ich mir vorgenommen habe. Wenn ich mich klein sehe, bin ich klein. Wenn ich mich groß fühle, kann ich größere Schritte in Richtung Ziel machen. Du bist nicht nur das was du denkst, sondern auch das, wie du dich selbst siehst.

PDF zum Downloaden: Wie siehst du dich

Wie es weitergeht

nächsten Dienstag – 05.07.2016 – Welche Ziele verfolgst du?

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