Wie empfindet dich deine Umwelt?

Geb´s zu! Du brauchst die Bestätigung deiner Familie, Freund, Bekannten, Arbeitskollegen und von allen anderen, die du weder kennst, noch kennen möchtest. Es liegt in der Natur. Kritik oder Ablehnung einzustecken, die gegen die eigene Person geht, ist schwer. Du kannst es abtun, oder mit dem Kopf schütteln. Ich kaufe dir eine solche Gleichgültigkeit nicht ab. Ganz tief drinnen wurmt es schon, selbst wenn es nur einen kurzen Moment ist. Habe ich Recht, oder habe ich Recht?

Mir geht’s nicht anders. Manchmal habe ich die große Gusche (wie wir im Erzgebirge sagen) und leugne jegliches negative Gefühl ab, wenn jemand etwas an mir auszusetzen hat. Es ist noch gar nicht so lange her, als ich jedem gefallen wollte. Was ich wirklich wollte, wusste ich nicht. Sei es im Kleidungsstil, Haarfarbe, Essgewohnheiten, Schminke etc. gewesen, ich habe versucht die Erwartungen der anderen zu erfüllen. Schließlich wollte ich gelobt, geliebt, gemocht werden und das funktioniert am besten, wenn man nicht aneckt. Wer will das nicht?

Irgendwann kam der Moment, wo ich mein Verhalten hinterfragte, weil ich an meine Grenze stieß. Ich konnte mit meiner Rolle nichts mehr anfangen. Ich konnte sogar mit ihr nicht mehr leben und ich brach, fest entschlossen es endlich anders zu machen, mir nichts dir nichts aus. Mit der Konsequenz, dass ich auf einmal allein dastand. Daran konnte ich mich nicht gewöhnen, denn ich war verpicht darauf, den anderen zu gefallen. Wenn man auf einmal die Meinungen der Umwelt nicht mehr vertreten kann, welche nimmt man dann? Die eigne? Und was, wenn man keine eigene hat? Mir war das zu viel, also stürzte ich mich blind wieder in eine vorgegebene Rolle hinein.

Mit 30 Jahren kam die große Erkenntnis, dass damit endgültig Schluss sein muss, denn die Ansichten der anderen führten mich immer wieder in eine Sackgasse. Ich begann, mich zu hinterfragen, was ich wirklich möchte. Welche Ziele ich verfolge und was mir persönlich wichtig ist. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich mich an mich gewöhnte, so ohne Druck im Nacken, den anderen partout gefallen zu wollen.

Ich sag dir jetzt mal was: Die Erkenntnis hat mein Leben nochmal lebenswerter gemacht. Die Meinungen und Erwartungen der anderen schieße ich nicht komplett in den Wind, aber ich übe mich darin, erst auf mich zu hören, wie ich über einen gewissen Sachverhalt denke. Wie alles im Leben, muss man differenzieren und auch hier. Das, was mir persönlich wichtig ist, hat immer Priorität. Sei es meine Familie oder meine berufliche Unabhängigkeit oder ich als Person. An staatliche Regeln und Gesetze halte ich mich natürlich. Ob sie mir nun gefallen, oder nicht.

Mir ist es egal, ob ich mit meiner Meinung anecke. Wenn mich jemand nicht mag, ist es nicht schlimm. Und wenn ich eine Person ablehne, zeige ich es mit vollem Körpereinsatz. Ich esse anders und wenn es den Leuten nicht passt, ist es nicht mein Problem. In der Gemeinschaft halt ich lieber den Mund, wenn ich nichts zu sagen habe. Egal, ob ich dadurch als zu ruhig oder als zu introvertiert gelte. Ich folge dem, was mich ausmacht und das kann ich jedem nur empfehlen.

Rücksicht auf andere ist sehr wichtig, aber es gibt Bereiche im Leben, da ist Rücksicht kein guter Ratgeber. Ein paar werden es dir danken. Einige es als selbstverständlich erachten und der Rest bekommt es gar nicht mit.

Wie empfindet dich deine Umwelt

PDF zum Downloaden: Wie sieht dich dein Umfeld

Wie es weitergeht

nächsten Dienstag – 28.06.2016 – Wie siehst du dich?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s