Ess-/Brechsucht: J wie Joggen

Joggst du gern? Viele laufen, um den Kopf freizubekommen und natürlich auch um sich fit zu halten. Joggen ist toll. Joggen macht Spaß. Joggen ist im Trend. Joggen kann aber auch andere Hintergründe haben. Speziell für Personen mit Bulimie. Jegliche Form der Bewegung ist zwingend notwendig, um die zwanghaften Fressanfälle wieder auszugleichen. Joggen ist dem Fall ein Synonym für sämtliche sportliche Tätigkeiten, die ins Extreme abrutschen. Bulimiker haben Vorlieben, wie jeder andere auch. Sei es beim Essen, bei der Kleidung und eben auch beim Sport.

Vom Fitnessstudio, über Radfahren bis hin zum Dauerschwimmer, kann alles dabei sein. Auch hier gilt wieder die „kann, aber muss nicht“-Regel. Leistungssportler oder Freizeitsportler, die sich gern auspowern, müssen nicht zwangsläufig an einer Essstörung leiden. Das möchte ich an dieser Stelle nochmal deutlich hervorheben.

Zurück zur Ess-/Brech-Sucht. Es gibt es eine Form, die nennt sich Sport-Bulimie. Wie du dir bereits denken kannst, wird erst gefressen und dann Sport bis zum Umfallen getrieben. Sport ist gesund, kann aber auch in einer Sucht enden. Nicht selten kommt es dadurch zu einer sogenannten Suchtverlagerung. Die Gefahr: Noch weniger fällt auf, dass die betroffene Person an einer Essstörung leidet. Es wird von außen nur ein muskulöser, durchtrainierter Körper wahrgenommen, aber der innere Zwang und die messerscharfe Verzweiflung bleibt unbemerkt.

Essanfälle passieren ganz individuell. Von einmal in der Woche, bis zu zwanzigmal am Tag. Wahllos werden hochkalorische Lebensmittel in sich hineingestopft, bis gar nichts mehr geht. An ein Aufhören ist nicht mal ansatzweise zu denken. Es geht nicht! So unglaublich es klingt, es geht einfach nicht! Wenn ein Bulimiker einmal begonnen hat, hört er/sie erst auf, wenn alles verputzt ist, oder absolut nichts mehr in den schmerzenden Magen hineinpasst.

Was nun? Kotzen oder drin lassen? Hier unterscheiden sich die Bulimiker. Die einen kotzen alles wieder aus, andere nehmen Abführmittel und die nächsten treiben extrem Sport, um die Anfälle wieder ungeschehen zu machen. Es gibt auch Betroffene, die fressen, kotzen, nehmen Abführmittel, hungern einige Tage und sporteln bis zu totalen Erschöpfung. Die Grenzen sind fließend und die Möglichkeiten des Rückgängigmachens vielseitig. Alles ist möglich, Hauptsache die Kalorien verschwinden aus dem Körper.

J wie joggen

Wie es weitergeht

nächsten Donnerstag – 23.06.2016 – K wie Kotzen, Kontrollverlust

Auszug aus meinem eBook-Ratgeber: Der Horror des Essens – Vom Genuss Bis(s) zur Essstörung

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